Eric Staley hält ein Plädoyer für Social Entrepreneurship

Am 4. Mai 2017 kam Eric Staley (PhD) von der University of Missouri in die Lehrveranstaltung Entrepreneurship” von Professor Elmar D. Konrad und Max Höllen. Der Unternehmensberater und Experte für Non-Profit-Management und Social Entrepreneurship hielt einen flammenden und praxisorientierten Vortrag über Friends, Families, and Fools: From Start-up to Scale”.

Social Entrepreneurship kann als innovatives Non-Profit-Management verstanden werden. Im Unterschied zur betriebswirtschaftlichen Perspektive, aus der Unternehmertum generell betrachtet wird, geht es bei Social Entrepreneurship nicht um Umsatz- und Gewinnmaximierung: Genauso wichtig wie "the Money" ist "the Mission"! Social Entrepreneurship speist sich aus Philanthropie, nicht aus Profitstreben. Es ist hier umso wichtiger, zentrale Akteure mit ins Boot zu holen, Kooperationen mit allen drei Sektoren anzustreben und Rückenwind von der Politik zu erhalten.

Eric Staley gab wichtige Tipps, wie man sein soziales Ziel strategisch angehen sollte, wie man die schwierigsten Hürden beseitigt, sich und seine Umwelt analysiert, Geschäftsmodelle entwickelt und – was das allerwichtigste ist – seiner Community treu bleibt.

In der Diskussion im Anschluss, an der sich auch die Mainzer Vorzeige-Social-Entrepreneure Michael Wunsch und Birgit Heilig vom Change Maker Space beteiligten, ging es noch um die Abgrenzung von Social Entrepreneurship von NGOs sowie von Corporate Responsibility. Es wurde konstatiert, dass Social Entrepreneurship in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt. Das mag an einer anderen Spenden-Mentalität in den USA liegen, aber vielleicht auch daran, dass wir es hier noch nicht so nennen. Denn es wurde auch klar: Dieselben Projekte, die Eric Staley und seine Frau aus ihrer Heimatstadt kannten, wurden auch schon in Mainz initiiert – Urban Gardening zum Beispiel.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Gründungsinitiative des Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz und der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz statt. Letztere ist eine Bildungsträgerin, die in Kaiserlautern sitzt und den fruchtbaren Austausch mit dem angloamerikanischen Raum vorantreibt.

Professor Konrad freute sich, Eric Staley in den Räumen der Hochschule begrüßen zu dürfen. Der derzeitige Aufwind für Social Entrepreneurship stimmte ihn optimistisch, dass auch sein leidenschaftliches Thema Cultural Entrepreneurship bald ebenso stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

"It is more than just Money!", war Eric Staleys Devise. © Atlantische Akademie
Zwei Mythen räumte er aus dem Weg: Erstens gibt es keine triumphierenden Superhelden, die alles alleine stemmen. Zweitens gibt es auch nicht die huldvolle, stets unterstützende Community. Social Entrepreneurs müssen einen Mittelweg finden. © Atlantische Akademie
Dr. David Sirakov (Atlantische Akademie), Dr. Eric Staley, Mechthild Kern (Mittelstandspolitik des Wirtschaftsministeriums), Prof. Dr. Elmar D. Konrad, Sarah Wagner (Atlantische Akademie) © Atlantische Akademie
HS Mainz